Mittwoch, 25. Mai 2011

abgetrennt und verändert

Wenn jemand gestorben ist, den ich geliebt habe, fühlte ich mich tatsächlich von den Menschen abgetrennt. Die andern Menschen stehen scheinbar "auf der anderen Seite" einer durchsichtigen Wand. Eine Wand, die ich mir weder gewünscht habe, noch habe ich sie gebaut. Auch ist sie mir nicht vertraut. Und ich kenne mich jenseits der Wand nicht aus. Dennoch befindet man sich dort und es kann sehr verwirrend sein. Man ist ein "Anfänger in seinen eigenen Verhältnissen".


Wie wohl tut es dann, wenn ein Mensch auf einen zukommt und sagt: "Guck mal, die Wand ist durchlässig." Dies kann auch ein Mensch sein, der nie etwas ähnliches erlebt hat. Ich würde sogar sagen: GERADE die Menschen, die nichts derartiges erlebt haben, aber sich trotzdem mutig auf den Weg durch die Wand machen, sind die wundervollsten...


Alles, was man braucht, wenn man durch die Wand will: ein wenig Mut und ein liebevolles Wort. Der Rest kommt von alleine...
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Eine vollkommen andere Auffassung aller Dinge hat sich 
unter diesen Einflüssen in mir herausgebildet,
es sind gewisse Unterschiede da,
die mich von den Menschen mehr als alles Bisherige abtrennen.
Eine veränderte Welt.

Ein neues Leben voll neuer Bedeutungen. 
Ich habe es augenblicklich etwas schwer,
weil alles neu ist.
Ich bin ein Anfänger in meinen eigenen Verhältnissen. 


Rainer Maria Rilke

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